Archiv für Februar 2011

KüfA in der OA

Bild KüfA Die Küche für ALLE findet nächsten Dienstag, den 01.03.11, ab 19.00 Uhr in der Offenen Arbeit (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus) statt.

Gedanken zur Ausstellungseröffnung

Die Eröffnung des Erinnerungsortes Topf & Söhne ist vorbei. Es gab ein riesiges Medienecho. Viele Menschen haben in den ersten Tagen die Ausstellung besucht, das Buch „Die Ofenbauer von Auschwitz“ oder den Film zur Ausstellung gekauft. Der Raum bei der Ausstellungseröffnung war übervoll. Die lokale Prominenz war vor Ort.

Der Reden gab es viele. Frau Thierbach, Frau Schüle, Herr Bender hielten die Ersten. Sie erzählten eine Erfolgsgeschichte über die Erkämpfung des Erinnerungsortes, die klein und unbeachtet begann, aber irgendwann mehr Gewicht erhielt. Ein Mal wurden sogar „die Hausbesetzer“ bzw. „die jungen Leute“ erwähnt – aber nur ganz kurz. Viel wichtiger war, mit wieviel Kraft und Ausdauer die sogenannte „Zivilgesellschaft“, die „Bürger“, allen voran Annegret Schüle und der Förderkreis für den Erinnerungsort auf dem historischen Ort gestritten haben, dass die Stadt Erfurt irgendwann erkannte, dass sie sich der Geschichte von Topf & Söhne stellen muss und wie der neue Eigentümer des Geländes diesen Ort möglich machte. Und nicht zuletzt: Was für eine gute Sache das doch ist, dass „Erfurt“ nun so vorbildliche Geschichtsaufarbeitung betreibt. Beispielhaft voranschreitend, einmalig…! Worum ging es noch mal – ach ja, Beteiligung am Holocaust / der Shoa. Aber auch das lässt sich offenbar als Standortfaktor gebrauchen. Annegret Schüle hatte früher den Eindruck, sie „überbringe eine schlechte Nachricht“, wenn sie über Topf & Söhne sprach. Aber nun hat sich „diese schlechte Nachricht in eine gute Nachricht verwandelt“, nämlich darüber wie toll diese Stadt mit ihrer Geschichte umgeht! Auch Radio F.R.E.I. wurde in den Tagen vor der Eröffnung der Ausstellung nicht müde zu betonen, dass „Erfurt sich nun endlich zu seiner Geschichte bekennt“. Hört sich irgendwie positiv an. Warum wird mir dabei nur übel?

Vielleicht, weil dieser Ort nicht ohne die brachiale polizeiliche Räumung von Räumen denkbar ist – und niemals mehr denkbar sein wird!!! – in denen Leute sich 8 Jahre lang für einen Geschichtsort Topf & Söhne mit eingesetzt haben; in denen Leute 8 Jahre lang selbst Geschichtsarbeit auf dem ehemaligen Firmengelände, also am historischen Ort betrieben haben; in denen Leute gewohnt, gelebt, gestritten und getanzt haben; in denen Kunst entstanden ist, gebaut und renoviert wurde; in denen auch viele unschöne Dinge passiert sind, doch Auseinandersetzungen geführt und nach Außen getragen wurden, die nun keinen Raum mehr in Erfurt haben! Und nicht zuletzt ist dieser Erinnerungsort nicht denkbar ohne den kompletten Abriss aller anderen noch vorhandenen historischen Gebäude auf dem ehemaligen Firmengelände und der Errichtung von Einkaufszentren und Eigentumswohnungen an deren Stelle. (mehr…)

Der Castor kommt

Zwi­schen dem 15. und 18. Fe­bru­ar sol­len wei­te­re Be­häl­ter mit hoch­ra­dio­ak­ti­ven Ab­fäl­len in das Zwi­schen­la­ger Nord bei Greifs­wald-​Lub­min trans­por­tiert wer­den – wahrscheinlich am 16. Februar auch durch Erfurt. Er­war­tet wer­den fünf Cas­to­ren aus der ehe­ma­li­gen Wie­der­auf­be­rei­tungs­an­la­ge Karls­ru­he und mas­si­ver Wi­der­stand gegen die Pläne, aus Lub­min eine der Atom­müll­kip­pen zu ma­chen! Aktuelle Infos gibts auf: http://wartegleis.blogsport.de/

Prozess gegen Thomas verschoben

Update!!! Warum auch immer fin­det der Pro­zess gegen Thomas am 14.2. nicht statt. Der neue Termin ist der 08. 06. 2011 um 9 Uhr vor dem Amtsgericht.
Darum geht es:
Am 16. April 2009 wurde das Besetzte Haus auf dem ehemaligen Topf & Söhne Gelände in Erfurt brutal von der Polizei geräumt. Dies veranlasste zahlreiche Unterstützer_innen der acht Jahre währenden Besetzung dazu, bundesweit an Solidaritätsaktionen teilzunehmen oder eigene zu organisieren. Auch Thomas beteiligte sich durch Fahren des Lautsprecherwagens auf einer Demonstration nach der Räumung in Erfurt. Als sich der Demonstrationszug vom Anger aus in Richtung Fischmarkt bewegen wollte, stürmte die Polizei plötzlich den Lautsprecherwagen. (mehr…)

Soildemo für Liebig 14

Am 03.02.2011 fand gegen 19.00 Uhr auch in Erfurt eine Solidemo für die geräumte Liebigstraße 14 in Berlin statt. Ca. 30 Menschen zogen mit etwas Feuerwerk, Transparent, Flugblättern und lauten Sprechchören vom alten Angerbrunnen über die Fussgängerzone zum Anger. Vor der Post störten dann ein paar Bullenwannen und die Demo wurde spontan aufgelöst. Die Bullen waren den ganzen Abend über vermehrt in der Innenstadt präsent. Sie hatten wohl eine Aktion erwartet; trotzdem hat es keine Personalienkontrollen oder Ingewahrsamnahmen gegeben. Einen kleinen Bericht und den Flyer könnt ihr auch auf der Infoladenseite nachlesen.

KüfA nur noch 14 tägig in der OA

Die Küche für ALLE findet nächste Woche nicht statt, sondern bis auf Weiteres nur noch 14 tägig in der Offenen Arbeit. Der nächste Termin dafür ist der 15.02.2011 ab 19.00 Uhr.

Liebig 14 wurde heute geräumt


Erste Reaktionen:

  • Die Räumung ist eine gute Gelegenheit die Wut auf die Straße zu tragen. Macht was!
  • Auch wenn die Gesamtscheiße weg muss.
  • Bullen sind scheiße!
  • Rot-Rote Regierungen ebenfalls!
  • Wir sind mit euch traurig.

Infos: http://liebig14.blogsport.de/
Ticker: http://l14soli.blogsport.de/