Neubesetzung am Nordpark

Knapp 40 Tage ist es her, dass in Erfurt die Besetzung des ehemaligen „Keglerheims“ bekannt gemacht wurde. Nach längeren Diskussionen entschloss sich der Eigentümer, das Haus von der Polizei räumen zu lassen. Am Tag darauf zog eine Demo mit über 200 Leuten durch die Erfurter Innenstadt. Damit blieb die seit der Räumung des ehemaligen Topf & Söhne- Geländes im April besetehende Situation unverändert – in Erfurt fehlt ein selbstverwaltetes Zentrum. Beflügelt durch die Unterstützung für das Anliegen, die Ende November deutlich wurde, beschlossen die Besetzer_innen nicht wieder Monate verstreichen zu lassen.
Um die Verantwortlichen der Stadt Erfurt auch im neuen Jahr an die Notwendigkeit eines sozial-politisch-kulturellen Zentrums zu erinnern, wurde diesmal ein Gebäude auserkoren, das sich im Besitz der Stadt Erfurt befindet. Bei Verhandlungen im Zuge der drohenden Räumung des ehemaligen Topf & Söhne- Geländes bot die Stadt den Besetzer_innen genau ein Gebäude als Ersatzobjekt an, welches ungeeignet war und betonte, dass keine weiteren Objekte zur Verfügung ständen. Die Besetzung des Gebäudes beweist, dass die Stadt sehr wohl im Besitz geeigneter Objekte ist.
Sowohl die Besetzung des Keglerheims im November, als auch der Hohenwindenstraße im März 2009 wurden weniger aus dem Interesse der jeweiligen Eigentümer_innen, als vielmehr auf Druck der Polizei und der Stadt Erfurt geräumt. Nicht zuletzt deshalb wurde diesmal ein Gebäude in städtischem Besitz gewählt. Die Besetzer_innen suchen den Kontakt zur Stadt, um sich über die Nutzung des Objekts auseinanderzusetzen.
Am Nordpark soll mit einer Kundgebung ab 14.00 Uhr auf die Besetzung aufmerksam gemacht werden. Außerdem startet am 2.1. ab 16 Uhr eine Demonstration unter dem Motto „Hände hoch. Haus her.“ vom Bahnhofsvorplatz.